Bürgertreff der SPD Vilsbiburg

Arbeitszeit flexibel genug

Beim SPD-Bürgertreff über familienfreundliche Arbeitszeit diskutiert

Der Bürgertreff stand so kurz vor der Wahl ganz in der Betrachtung des Auftritts von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz beim TV-Duell und beim Gillamoos. Eines der Themen war die Sorge um die Erhaltung gerechter und familienfreundlicher Arbeitsbedingungen.

Theresa Bergwinkl erinnerte daran, dass beim TV-Duell leider Themen ganz oder nur kurz angesprochen wurden, die Martin Schulz aber besonders am Herzen liegen. Wie z.B. die Renten und der Schutz der Arbeitsbedingungen. Sie berichtete, dass gerade im Wahljahr die Arbeitgeberverbände eine weitere „Flexibilisierung“ des Arbeitsrechts fordern. Ins gleiche Horn blasen auch CSU und FDP. Auch sie wollen das deutsche Arbeitsrecht ganz abschaffen oder zumindest aufweichen.

Gegen dieses Ansinnen kämpft die SPD meinte Manfred Billinger. Ist hier mit Martin Schulz einer Meinung, dass die Höchstarbeitszeit von maximal 10 Stunden am Tag genug sind. Hanns Martin ergänzte dazu, dass man hier nicht auf europäische Regelungen schauen dür-fe: „Denn wir brauchen keine Benachteiligung der Arbeitnehmer. Neben einer produktiven Beschäftigung muss noch Zeit für die Familie, für Freunde und das Ehrenamt sein.“ In der Diskussion war immer wieder zu hören, dass Arbeitsbedingungen durch die Tarifpartner zu regeln sind. Arbeitsschutz und Tarifbindung seien deshalb nicht zu trennen. Auch wurde die unsinnige Forderung: „Im Handy-Zeitalter ist Erreichbarkeit auch in der Freizeit möglich“ entschieden abgelehnt. Kritik wurde auch an der Darstellung der Vollbeschäftigung geübt, da sie nur durch Zeitarbeit und Minijobs erreicht wird. Hier haben junge Familien keine Zu-kunftsperspektiven. Man müsse man wieder zur unbefristete Arbeit, tariflich bezahlt und mit guten Arbeitsbedingungen, als Normalfall zurückfinden.

Klaus Kerscher meinte abschließend, dass nun zwei Perioden lang die SPD den Steigbügel-halter der Kanzlerin gemacht habe. Dadurch seien richtungsweisende Erfolge, von SPD-Ministern angestoßen oder verwirklicht, nicht als SPD-Erfolge wahrgenommen worden. Hier erinnerte er u.a. an das Renten- und Pflegerecht. Aber auch der Mindestlohn und die Miet-preisbrems zeigen die SPD-Handschrift. Leider seien solche positiven Entscheidungen immer der Kanzlerin zugesprochen worden. Er wünsche sich deshalb nach dem 24. September keine große Koalition mehr.